Dienstag, 07 September 2010 Golfregion
 
Golfregion

Aktuelles Wetter mehr...
Montag14° C
Dienstag15° C
Mittwoch15° C

Unterkünfte
Hotel
Hotel Garni, Pension, Gasthof
Ferienwohnung
Bauernhof FeWo
Bauernhof Gästezimmer
Gruppenunterkunft
  Ort:  
 

Pauschalen
Herbst-Wander-Wochen
7 Übernachtungen pro Person
€ 399,00
Schwand
Alpengasthof & Hotel
Oberstdorf

Newsletter
Abonnieren Sie unseren kosten-
losen Newsletter.
 
07.05.2010
"Die Wilden Mändle in Oberstdorf"
Geschichten nur - oder doch Geschichte?
Foto: Herbert Gruber
Foto: Herbert Gruber

Ein eigenartiges Treiben durchbricht den beschaulichen Alltag Oberstdorfs: die "Wilden Mändle" sind los. Alle fünf Jahre wird der älteste deutsche Kulturtanz der "Wilden Mändle" aus keltischen Zeiten aufgeführt. Warum alle 5 Jahre? Damit Sie, verehrte Leser, sich ganz lange vor-freuen können! Die Inspiration zur Gestaltung des Kostüms ist den Schöpfern des Tanzes und damaligen Berg- und Waldbewohnern gewiss nicht schwer gefallen: es blieb ihnen ja nichts anderes übrig als sich direkt aus der Natur zu bedienen.

 

Stellen Sie sich die  Gestalten folgendermaßen vor: die Körper der geheimnisvollen Tänzer sind bis auf die Augen mit Tannenbart vermummt. Diese Moosflechte ist nur an Tannen und Fichten in Höhenlagen über 1500 Metern im Bergwald zu finden. Deshalb suchen die Männer - noch in Zivil - jeden Herbst vor den nächsten Aufführungen rund um Südtirol und das Ötztal dieses seltener gewordene Gewächs. Aufgenäht auf den Arbeitsanzug hält es die Tänze der Saison perfekt durch. In der Mythologie galt dieses pflanzliche Wintergrün als Lebensquell, der Wachstum und Gesundheit in Haus und Hof sichert. Dazu tragen sie einen Gürtel aus Tannenzweigen, der, sobald er um die Hüfte geschlungen wird, vor Dämonen und Geistern Schutz bieten soll. Auf dem Kopf ruht ein Kranz aus den Blättern der Stechpalme. Dieser sagt man aufgrund ihrer ätherischen Öle magische Kräfte nach - der Kranz sitzt deshalb an erhöhter Stelle, weil er dort am besten vor Blitz und Unwetter schützt. Dank sei den Schutzritualen: die "Wilden Mändle" ziehen uns heute noch in ihren Bann, gleich achtmal in diesem Jahr. Und zwar Alt und Jung!

 

Sinn des Tanzes war es früher, Verbindung mit den geheimnisvollen Kräften der Natur, der Sternenwelt, der Sonne und den Göttern aufzunehmen, um diese Kräfte den Menschen gewogen zu machen.

Seit der Trachtenverein Oberstdorf 1901 den Brauch in feste Hände nahm, findet er endlich wieder regelmäßig statt. Das war nicht immer so: früher wurde der Tanz zur Huldigung der Götter vollführt - mal mehr, mal weniger, aber meist sporadisch, bis er irgendwann völlig unterging. Im Jahr 1635 n. Chr. als die Pest in der Gegend Oberstdorfs schreckliche Löcher in der Bevölkerung hinterließ, tanzten mutige Kerle im "Wilde Mändle-Häs" durch die Straßen, um die unheimliche Seuche zu vertreiben. Anscheinend hatten sie nichts mehr zu verlieren. Ihre Kampfansage lohnte sich, denn als sie einige Tage später den Tanz vollzählig wiederholen konnten, wich die Angst unter den Menschen und der Tanz wurde wieder regelmäßig gefeiert.

 
Foto: Herbert Gruber
Foto: Herbert Gruber

Einst waren die "Wilden Mändle" sehr weit verbreitet: man hörte über das ganze Alpengebiet von ihnen. Heute allerdings ist der Tanz nur noch an einem einzigen Ort in seiner Urform erhalten: in Oberstdorf. Der Grund dafür mag der Ruf des Ortes sein, den er bis vor einigen hundert Jahren besaß: der Begriff Oberstdorf wurde mit dem Schrecken des Urwalds, der unerforschten Bergwelt und der Wildnis verbunden. Können Sie sich das heute vorstellen?

 

Die erste komplette Beschreibung des mystischen Tanzes erschien in der 615 n. Chr. verfassten Vita von Abt Columban.

Bei der Tradition des Tanzes mittun zu dürfen, ist - damals wie auch in heutiger Zeit - eine Ehre und ein Privileg, das in der Regel nur männlichen Angehörigen alteingesessener Oberstdorfer Geschlechter zukommt. Was vorerst ziemlich konservativ oder frauenfeindlich klingt, hat Gründe: die damals wenig vorangeschrittene Emanzipation spielt hier eine Rolle, zudem stellt das gesamte Tanzspiel einen körperlichen Kraftakt dar, der große Gewandtheit erfordert und Frauen früher nicht zugemutet wurde.

 

Der Beginn des Tanzes zeigt dem Zuschauer auf originelle Art das typische scheue und zurückhaltende Wesen der Mändle, indem mit dem ersten Takt eine Hand aus den Kulissen rausschaut und nach weiteren Takten genauso schnell wieder verschwunden ist. Die selbe Prozedur wird mit diversen Beinen und langbärtigen Köpfen wiederholt. Solange, bis die Genossen die Umgebung ausgespäht haben und bereit sind, sich im Ganzen zu zeigen.

 
Foto: Herbert Gruber
Foto: Herbert Gruber

Die gesamte Bewegungsabfolge besteht aus 17 Figuren, die nie gegangen oder geschritten werden. Vielmehr bewegen sich die "Wilden Mändle" in springender Weise fort, sie schnellen mit beiden Beinen vom Boden ab und kommen gleichzeitig wieder auf - mal tauchen sie zu zweit, mal allein, dann wieder in Gruppen auf der Bühne auf. Aber der ganze Tanz erfolgt nach streng festgelegten Figuren.

So ist eine der Figuren eine große Pyramide bei der sich zwei, drei Mann übereinander erheben und die eine Kombination aus mehreren kleinen - davor gezeigten - Pyramiden bildet. Eine der eindrucksvollsten Szenen ist der Keulenkampf, in einer der letzten Szenen stellen die Mändle 10 Tafeln in verkehrter Weise auf, die umgedreht werden und auf denen ein Wilder Mann mit zerzaustem Haar in ca. vierfacher Lebensgröße abgebildet ist. Bei der Entscheidung, ob das Bild einem wilden Mändle gleicht oder ob es sich um den Gott Donar handelt, scheiden sich die Meinungen.

 

Man muss diesen Tanz ganz einfach gesehen haben, dieses nachhaltige Ereignis, wenn man sich um nahezu 2000 Jahre zurückversetzt fühlt.

Termine:

  • Samstag, den 05.Juni 2010       20:00 Uhr in der Oybele-Festhalle
  • Samstag, den 26.Juni 2010       20:00 Uhr in der Oybele-Festhalle
  • Samstag, den 10. Juli 2010        20:00 Uhr in der Oybele-Festhalle
  • Freitag,    den 23. Juli 2010        20:00 Uhr
    (*Freiluftveranstaltung am Renksteg)
  • Sonntag, den 08. Aug. 2010      13:30 Uhr in der Oybele-Festhalle
  • Samstag, den 22. Aug. 2010      20:00 Uhr in der Oybele-Festhalle
  • Samstag, den 04. Sept.2010      20.00 Uhr in der Oybele-Festhalle
  • Samstag, den 25. Sept.2010      20.00 Uhr in der Oybele-Festhalle
 

Aus der Region
Bürgerfest
01.09.2010
Wer wird Bergscout 2010?
24.08.2010
Allgäuer Festwoche 2010
10.08.2010
1.150 Jahrfeier
03.08.2010
Raus aus dem Alltag
30.07.2010
Immenstadt feiert Stadtjubiläum
19.07.2010


Restaurantführer NEU
Poststüble
Restaurant
Fischen

Webcams

Angebote aus der Region
Luftgetrocknete (Wurstspezialitäten)
 
» Werbemöglichkeiten      » Impressum  
© 2003 - 2010 Golfurlaub Allgäu made by Werbewind.com